Samstag, 12. Oktober 2013

Restaurantkritik: Teppan House in Elmshorn

Heute gibt es erstmalig abseits der normalen Reviews eine Restaurantbewertung.
Dass ich Fan von Essen und vor allem All you can eat-Sachen bin, ist ja kein Geheimnis – und da ich den Großteil meines Lebens auf dem baden-württembergischen Land verbracht habe, hat sich das meist auf mongolische Asiabuffets beschränkt (denn in der Provinz ist die Auswahl nicht ganz so groß, wie man eventuell schon vermutet.).
Im Laufe der Zeit wurden also _einige_ Buffet-Tempel durchprobiert, zuerst hauptsächlich im Süden, und nun auch hier im Norden. Dadurch haben wir also einen guten Vergleich und Überblick, behaupte ich mal - und nein, es wird nicht zu öde. Es wiederholt sich zwar fast alles, aber es schmeckt halt trotzdem verdammt gut. :D
So, nun zum eigentlich Thema:
Vor kurzem haben wir das Teppan House in Elmshorn besucht.
Schön ist erst mal, dass sie eine recht ausführliche Homepage hatten, die sogar bebildert war, das finde ich schon immer sehr sympathisch.  Parkplätze gibt es genug.
Das Restaurants ist eins dieser typischen riesigen Asia-Restaurants, die hauptsächlich auf ihr Buffet setzen. Wie so gut wie alle dieses Typs befindet es sich wohl in einem um- und ausgebauten Supermarkt, was man auch ein bisschen merkt (aber mich nicht stört). Insgesamt ist es aber nett gemacht und dekoriert, mit ganz vielen kitschigen Lichtern, Glitterflitterzeug und Leuchten, aber trotzdem ein bisschen funzelig. Das mag zwar ganz romantisch sein, aber ich hätte trotzdem gern gesehen, welche Farbe das Fleisch auf meinem Teller hatte. Außerdem gab es keine Musik, was mich an sich ja nicht gestört hätte… aber was ist ein chinesisches Restaurant ohne eine noch verkitschtere und auf asiatisch getrimmte Instrumentalversion von “My Heart Will Go On”?

Das Buffet kostet Abends 15,90€ und beinhaltet nicht nur das Fertigbuffet, sondern auch "mongolisches Live-Cooking".

Das Fertigbuffet besteht zu einem Teil aus dem typischen Kleinzeug aus der Fritteuse (Frühlingsrollen, knuspriges Hähnchen, Satay Hühnchen, Wan Tans, Calamari und sehr authentisch  “chinesische Maultäschchen” :D). Ich bin niemand, der sich das bestellen würde, aber wenn es mal da ist (und nicht eklig-labberig frittiert ist), esse ich das eigentlich sehr gerne. Was ich nicht toll fand: diese süß-scharfe-Chilisoße für Chicken war dermaßen mit Wasser gestreckt, dass einem die Suppe aus der Flasche entgegengeschossen kam.

Weiter ging’s mit einer Abteilung mit fertigen Gerichten (Rindfleisch mit Zwiebeln, gebratene Champignons, Chop Suey, Ente mit Gemüse, Zeug in Currysoße ..), die insgesamt alle ganz gut waren. Scharfe Gerichte waren noch extra gekennzeichnet, was auch Not tut. Es ist ja nicht jeder so hardcore. :D

Es gibt noch einen Teil mit Salaten (Blattsalat, Tomate, Mais, Thunfisch und ein paar Fertigsalate) mit verschiedenen Soßen und beschränkter Sushiauswahl (für Kenner bestimmt nichts, für mich reicht das vollkommen und hat mir auch geschmeckt). Die Essstäbchen waren übrigens für den Arsch, ich hab mich gefühlt, als ob ich mit abgeschrabbelten Faber Castell-Buntstiften essen müsste. Es gibt außerdem noch Brot, Krabbenchips, und scharfe chipsartige Objekte.
Nun zum Live-Cooking: Man holt sich an einem gekühlten Buffet rohe Zutaten auf seinen Teller. Es gibt verschiedene Fleischarten (Reh, Hirsch, Lamm, Rind, Huhn (mariniert/normal), Schwein, …) sowie Fisch (Blauhai, Rotbarsch, Garnelen, Scampi, ..) und recht viel Gemüse (versch. Pilze, Karotten, Lauch, Zwiebeln, Broccoli usw.). Das kutschiert man dann auf seinem Teller zum Koch, der es dann vor deinen Augen auf der Platte brät.  Soßen gibt es 6 verschiedene (Knoblauch, Curry, Teriyaki, Mongolisch, süß-sauer, und eine, die ich vergessen habe).
Aus anderen Restaurants kenne ich das so: Man klemmt eine Klammer mit Tischnummer an den Teller, sucht sich eine Soße aus,  gibt alles ab und das wird dann vom Koch zubereitet und von einem Angestellten an den Tisch gebracht. Hier ist es so, dass man tatsächlich am Grill stehenbleibt, den Koch bewundert und warten muss. Das ist sicher mal ganz nett, aber im Hochbetrieb will ich da nicht ne halbe Stunde stehen müssen. Die Soße wird hier auch nicht während des Kochens mitgebraten, sondern danach drüber gegossen – kalt. Naja. War aber trotzdem lecker, auch wenn ich ein Idiot beim Fleischaussuchen bin und mir ständig knorpeligen Scheiß auswähle.
Nun zum Dessertbuffet: Es gibt Obst, es gibt zweierlei Wackelpudding, Vanillesoße, frittierte Banane und frittierte und gefüllte Sesambällchen (worüber ich laut gejubelt habe. Leider wurden sie nicht mehr aufgefüllt nach der ersten Fuhre und waren gegen Ende schon echt matschig.). Ein leerer Schokobrunnen stand auch noch einsam in der Gegend herum, der wird wohl nur am Wochenende angeworfen.
Ein weiteres Highlight:  Das Eisbuffet. Es hat 6 verschiedene Sorten, und es schmeckt keine davon wirklich gut. Und wenn ich das sage, muss das was heißen, denn ich habe wahrlich überhaupt keine Ansprüche, was Eis angeht. Da wären also die Basics Schoko, Vanille und Erdbeere, die alle unspektakulär und sehr fettig geschmeckt haben, sowie Litschi (schmeckt nach Ketten aus Zuckerperlen, also nach Zucker), Kokos (eklig parfümiert, ohne nur einen Krümel Kokosnuss drin), und schwarzer Sesam. Die letzte Sorte mochte ich noch am liebsten – man bekommt die Sorte kaum bis gar nicht im normalen Handel und außerdem konnte man wenigstens einen Hauch Geschmack erahnen.

Fazit

Insgesamt war es lecker, wir sind satt geworden (bzw. wir haben uns wie immer maßlos überfressen) und es gab nichts, was uns sonst verschreckt hätte. Die Teller wurden immer zügig abgeräumt und standen nicht bis zur Decke gestapelt. Gestört hat der etwas teurere Preis im Vergleich zu anderen Restaurants und das nervige Anstehen am Grill (was aber den Vorteil hatte, dass es deutlich weniger Kellnergewusel gab und die Betreiber sicher deutlich weniger wegschmeißen müssen, weil sich die Leute in der Zwischenzeit den Wanst mit anderem vollschlagen).
Ich würde 6,0 von 10 Punkten vergeben. Mein Favorit ist es nicht, aber verschmähen würde ich eine Einladung auch nicht.

Zweite Meinung:

Konna: Insgesamt war ich nach dem Besuch des Teppan-House in Elmshorn nicht enttäuscht, aber hier und da gab es schon noch reichlich Verbesserungsmöglichkeiten. Wäre es dichter dran, würde ich vermutlich öfter hingehen, aber die nur unwesentlich kürzere Anfahrt sind mir der Aufpreis, das schwache Nachtischbuffet sowie die vergleichsweise ungemütliche Atmosphäre wohl nicht wert. Darum gebe ich nur 5,5 von 10 Punkten.

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